Ständig müde, perfektionistisch und voller Schuldgefühle?
Hier teile ich als alleinerziehende Mama meine Erfahrungen und Tipps gegen Mental Load und den ständigen Perfektionsdruck.
Alleinerziehend zu sein ist eine Herausforderung – sowohl körperlich als auch organisatorisch und emotional. Und doch ist es oft nicht der Alltagstrubel, der mich am meisten belastet, sondern die ständigen Gedanken: „Reicht das, was ich meinem Kind gebe? Mache ich alles richtig? Bin ich gut genug als Mama?“
Schuldgefühle und der Druck, perfekt sein zu wollen/ müssen, begleiten viele von uns. Heute möchte ich darüber schreiben, was mir geholfen hat, besser damit umzugehen.
Was ist Mental Load – und warum trifft er uns Alleinerziehende besonders?
Der Begriff Mental Load beschreibt die unsichtbare Verantwortung, die oft auf den Schultern von Eltern liegt: Termine planen, an alles denken, vorausschauen, organisieren, Sorgen und Bedürfnisse der Kinder im Blick haben, finanziell abgesichert zu sein, Ordnung zu halten und irgendwie man selbst zu bleiben.
Als Alleinerziehende fehlt uns dabei oft der Partner oder die Partnerin, mit dem man sich diese Last teilen könnte. Alles bleibt bei einem selbst hängen: die To-do-Listen, die Sorgen, die unendliche Verantwortung, viele kleine Entscheidungen.
Oft sind es für mich aber die kleinen Momente, in denen ich mich kurz rückversichern kann, dass alles in Ordnung ist, ein Austausch also.
Schuldgefühle: Warum fühlen wir uns ständig „nicht gut genug“?
Ich habe lange darüber nachgedacht, woher dieses Gefühl kommt. Denn zu jeder Zeit gebe ich mein Bestes, dennoch zeigen sich diese Gedanken täglich.
Oft sind es gesellschaftliche Bilder: die perfekte Mutter, die ihrem Kind alle Wünsche erfüllt, Disziplin beigbringt und zu jeder Zeit entspannt und liebevoll zu sein.
Als alleinerziehende Mama fühlt man sich manchmal im ständigen Vergleich mit der „klassischen“ Familie. Dazu kommen Gedanken wie:
„Mein Kind erlebt nicht das ideale Familienbild.“
„Ich muss umso mehr ausgleichen, das Kind hat nur mich.“
„Ich darf keine Fehler machen.“
Diese inneren Stimmen verstärken die Schuldgefühle — selbst wenn unser Alltag schon voller Liebe und Engagement ist.
Folgender Gedankenhack hilft mir sehr!:
Ich begegne mir selbst mit genauso viel Liebe wie meinem Kind.
Ich erkenne meine Gedanken und Gefühle, nehme sie also AKTIV wahr. Mitgefühl und Verständnis gebe ich mir selbst und Atme ein Mal tief durch. Dann helfe ich mir mit Affirmationen, welche ich am Ende dieses Beitrages mit dir teile, aus diesem Kreislauf heraus. Ich umarme mich quasi innerlich und übernehme die Verantwortung und damit die Situation. Dieser Prozess dauert maximal eine Minute und ist der absolute GAME CHANGER.
Der Perfektionsdruck: Warum er uns krank macht
Lange dachte ich: Wenn ich mich nur noch mehr anstrenge, wird alles besser. Doch das Gegenteil trat ein: Ich war müde, gereizt, nervös — und mir war klar: Der nächste Schritt wird eine Krankheit sein. Mein Körper benötigt mentale Balance.
Der Versuch, es allen recht zu machen und dabei immer stark zu sein, führt zur endlosen Erschöpfung. Dem mentalen Ende. Aus diesem Kreislauf wieder herauszukommen ist nicht einfach und wird deinen Körper auf lange Sicht schweren Schaden zufügen können.
Müdigkeit, Erschöpfung auf körperlicher Ebene und hinzukommende kreisende Gedanken negativer Art verursachen Depressionen, Bourn Out und Schmerzen am Körper selbst.
Etwa ein Jahr lang habe ich mich so durch den Alltag geschleppt und versucht wieder hochzukommen. Aber erst als ich verstanden habe, dass ich durch meine innere Einstellung den Weg zu Freiheit versperre, konnte ich lernen wieder Atmen und mich zu regenerieren.
Natürlich spürt das alles auch mein Kind und spiegelt unwohl sein oft mit unruhigem Verhalten. Das unsichtbare Band zwischen Kind und Mutter besteht bis zum 5. Lebensjahr. Es spürt deine Gefühle ohne dass du ein Wort sagen musst. Es geht deinem Kind gut, wenn es dir gut geht.
Perfektion gibt es nicht. Und das muss es auch nicht!
Der Fokus liegt darin, stolz darauf zu sein, alles allein zu schaffen ( mir den verdienten Respekt dafür zuzustehen) , die kleinsten Fortschritte bewusst wahrzunehmen und mir die Zeit zu geben, zu wachsen.
Fehler dürfen sein, denn wir lernen aus Ihnen. Überforderung darf sein, denn wir können so neue Wege ausprobieren, habe keine Angst davor. Bleibe ruhig und lerne dazu, du wirst immer flexibler und besser. Du wirst gerade zu deiner Besten Version.
Gehe diesen Weg mit Stolz statt mit Scham. Vertau mir, genauso wirst du ein richtiges Vorbild insbesondere für Eltern die sich diese Dinge teilen. Denn du gehst jeden einzelnen Step ohne Pause, das ist beeindruckend.
Was mir geholfen hat – meine Tipps:
✨ Realistische Erwartungen an mich selbst & tägliche Affirmationen
Ich habe mir erlaubt, nicht perfekt zu sein. Es reicht, wenn mein Kind spürt, dass es geliebt und sicher ist. Ich gebe mein Bestes und lerne auf diesem Weg.
Ich habe z.B. angefangen, bei organisatorischen Themen laut zu denken und mein Kind mit einzubeziehen. Sie ist nun drei Jahre alt, und wir meistern die Tage gemeinsam — ich bin alles andere als allein.
Diese Möglichkeit der Nähe ist ein Geschenk. Sie versteht mittlerweile meine Gedanken vor dem Losgehen. Wir denken gemeinsam an ihre Trinkflasche und packen zusammen die Taschen. Wenn dann doch einmal etwas fehlt, wissen wir beide beim nächsten Mal besser Bescheid. Das verbindet viele positive Aspekte miteinander.
Ich verwende zudem tägliche Affirmationen, diese Helfen meinen Mindset an die richtige Stelle zu rücken. Konstanz ist hier wichtig. Morgens und Abends lese ich sie durch und spreche sie laut aus. Täglich entscheide ich nach Gefühl welches Thema meine Seele braucht. In Stresssituationen schließe ich die Augen und sage mir die Worte, die ich gerade brauche in Liebe. Ich teile die Affirmationen zum Thema Selbstzweifel & Schuldgefühle am Ende des Beitrages.
✨ Hilfe annehmen
Früher dachte ich, ich müsste alles allein schaffen. Heute frage ich Familie, Freunde oder Nachbarn um Unterstützung.
Ich habe meine Berechtigung auf dieser Erde und Menschen freuen sich, uns helfen zu können.
Wir sind klug und entwickeln uns weiter — das gelingt am besten gemeinsam. Es sind oft mehr Menschen im Umfeld, als man zunächst denkt.
Hab Vertrauen: Die Dinge entwickeln sich. Rede über deine Abläufe mit Gleichgesinnten, auch hier ergeben sich unverhoffte Möglichkeiten.
✨ Netzwerk aufbauen
Der Austausch mit anderen Mamas tut gut. Zu hören, dass es anderen genauso geht, nimmt den Druck.
Auch hier gibt es verschiedene Umgangsformen — halte dich an Menschen, die ähnliche Ansichten haben wie du.
Dann wird sich vieles halb so schwer anfühlen, denn ihr könnt euch gegenseitig verstehen und sehen.
Nicht jeder versteht, was du durchmachst, aber es wird die eine oder andere Person geben, die es tut — und allein das Gesehen werden wird dir viel Kraft schenken.
✨ Selbstfürsorge einplanen
Ich nehme mir kleine Auszeiten: ein Bad, ein gutes Buch, ein Spaziergang. Denn nur, wenn es mir gut geht, kann ich für mein Kind da sein. Ich erlaube mir Zeit für mich selbst.
✨ Perfektion loslassen
Was zählt, ist nicht, ob die Wohnung immer aufgeräumt ist oder ob jeden Abend ein frisches neues Gericht gekocht wird.
Ich gebe mir hier viel Mühe — aber Ausnahmen sind erlaubt. Und Tage, an denen ich keine Kraft dafür habe, sind absolut legitim und in jedem Haushalt normal. Von Außen sieht alles besser aus als es tatsächlich ist.
Was zählt, sind Lachen, Nähe und Vertrauen.
Es ist eine Chance, ein unvergleichbares Band zu deinem Kind aufzubauen, an dir selbst zu arbeiten und deine innere Balance zu finden.
Für den Rest deines Lebens wirst du dankbar sein, in dieser Zeit achtsam auf dein Kind und dich selbst geachtet zu haben.
Du baust gerade euren Grundstein.
Sei stolz auf dich.
Fazit
An alle Mamas da draußen:
Wir dürfen Fehler machen. Wir müssen nicht immer alles im Griff haben.
Unsere Kinder brauchen keine perfekte Mama — sie brauchen eine echte Mama, die sie liebt.
Und das bist du. Jeden Tag.
❤️
🌸 Affirmationen gegen Selbstzweifel & Schuldgefühle für Mamas
- Ich bin genug. So wie ich bin. Heute und an jedem Tag.
- Mein Kind braucht keine perfekte Mama – es braucht meine Liebe. Und die hat es sicher.
- Ich darf Fehler machen. Ich lerne, wachse und gebe mein Bestes.
- Ich bin stark – weil ich jeden Tag weitermache, auch wenn es schwer ist.
- Ich verdiene Fürsorge, Ruhe und Mitgefühl – auch von mir selbst.
- Meine Entscheidungen treffe ich aus Liebe, nicht aus Schuld.
- Ich bin nicht allein. Es gibt andere, die mich verstehen und fühlen wie ich.
- Ich bin ein Vorbild, indem ich ehrlich, mutig und menschlich bin.
- Ich bin stolz auf jeden kleinen Schritt, den ich heute gegangen bin.
- Ich lasse los, was ich nicht kontrollieren kann, und atme Frieden ein.
- Ich bin eine gute Mutter – jeden Tag aufs Neue.
- Mein Kind sieht meine Liebe – auch wenn ich selbst manchmal zweifle.
- Ich ehre meine Grenzen. Denn auch ich bin ein Mensch mit Bedürfnissen.
- Ich bin auf meinem eigenen Weg. Und der ist wertvoll.
- Ich darf mich selbst an die erste Stelle setzen – nicht aus Egoismus, sondern aus Liebe.

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