Meistens: wirklich niemand weit und breit.
Wo sind eigentlich Freunde und Familie, wenn man gerade so schön am Boden liegt?
Gefühlt ausnahmslos jeder vergisst – oder weiß nicht, wie es ist.
Es fühlt sich an, als sei man von dieser Welt gestrichen worden.
Da bist also nur du – und ein kleines Wesen, das du über alles liebst und für das du alles auf dieser Welt bist.
Das absolut magischste und beängstigendste Gefühl zugleich.
Alleinerziehend sein.
Ein Wort, das oft mitleidig klingt. Diese Blicke anderer Leute, die absolut keine Ahnung haben, wovon sie reden – dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen …
Nur wenige verstehen: Es ist kein Makel. Keine Krankheit.
Daran ist nichts falsch.
Es ist ein Zustand. Eine Rolle. Und vor allem eine tägliche Aufgabe – ohne Pause.
Und – wie ich gelernt habe – auch die größte Chance deines Lebens.
Es mag sich für dich im Moment nicht so anfühlen,
aber ich habe es selbst erlebt.
Lass mich dir ein paar Gedankenanstöße geben.
Denn allein die Tatsache, dass du diesen Artikel liest, zeigt:
Du hast bereits den ersten Schritt gemacht und Interesse an einem Perspektivwechsel.
Aufgrund unserer gesellschaftlichen Prägungen in Bezug auf „klassische“ Familienkonstrukte hat es lange gedauert, bis ich folgendes verstanden habe:
Dass ich nicht schwach bin, nur weil ich manchmal müde bin.
Dass ich nicht versage, wenn ich weine oder einen Moment lang nicht weiß, was zu tun ist.
Dass ich nicht weniger wert bin, nur weil kein anderer Erwachsener abends die Decke mit mir teilt, mich fragt, wie es mir geht, oder mir bei wichtigen Entscheidungen hilft.
Ich habe gelernt, mich selbst zu halten –
und Verantwortung im tiefsten Inneren anzunehmen.
Nicht, weil es schön war –
sondern, weil ich keine andere Wahl hatte.
Aus dieser Art Komfortzone wäre ich sonst nie ausgestiegen.
Ich hätte niemals mein Leben in dieser Form selbst in die Hand genommen. Heute lebe ich meinen Traum und das nebenbei!
Was denkst du, wenn ich dir sage:
Vielleicht nur 10 % der Menschen führen ihr Leben in dieser Entschlossenheit,
in dieser inneren Kraft – und gestalten es wirklich bewusst?
Warum das so ist?
Weil es bequemer ist, in alten Mustern zu bleiben.
Ich verstehe das – ich habe es lange selbst so gemacht.
Aber unsere Träume erfüllen sich nicht durch Wunschdenken und die ewigen Leidensspiralen im Kopf.
Sondern durch Gedanken – und daraus entstehende Taten.
Du bist auf diesen Weg gekommen – vielleicht durch einen Schicksalsschlag, den du dir nicht ausgesucht hast.
Aber du bist hier und das ist kein Zufall.
Es ist deine Chance, aus diesem Schmerz wahre Disziplin und Weisheit erwachsen zu lassen.
Ich habe irgendwann verstanden:
Ich bin genug.
Wahrlich nicht perfekt – aber genug.
Manchmal habe ich mich sogar dabei ertappt, wie ich über mich selbst dachte:
„Wow … wie zur Hölle hast du das alleine geschafft?“
Diese Art von Stolz kann ich kaum in Worte fassen.
Wir dürfen lernen, auf uns selbst stolz zu sein.
Auf die kleinen Dinge:
Ein durchgestandener Tag.
Ein liebevoll zubereitetes, gesundes Essen.
Ein beruhigter Kinderschlaf.
Die kleinen Ärmchen um unseren Hals.
Ein weiterer Moment, in dem du nicht aufgibst,
sondern an dich und dein Kind glaubst.
An den Wert deiner selbst.
Liebe ist nicht nur im Außen zu finden –
sie beginnt in dir.
Das ist der erste Schritt des Wandels.
Und dein Kind wird das spüren – und leichter durchs Leben gehen.
Zum Beispiel in der Art, wie du dir morgens die Haare aus dem Gesicht streichst
und dir sagst:
„Du siehst hübsch aus heute – und ich freue mich auf diesen neuen Tag voller Chancen.“
Baue dir kleine neue oder auch alte Gewohnheiten auf, die dir Halt geben.
Nähe zu dir selbst.
Ganz nach dem Mott: Kleine Veränderungen mit großer Wirkung.
Hab keine unerfüllbaren Erwartungen an dich –
begleite dich mit Geduld und liebevollen Gedanken.
Es wird vielleicht eine Weile dauern, bis sich das leicht anfühlt,
aber es wird dein Leben ab dem ersten Tag positiv verändern.
Ich habe drei Jahre gebraucht, um mich wirklich wohl und selbstbewusst in dieser Rolle zu fühlen.
Aber ich habe diesen Punkt erreicht.
Und du kannst das auch.
Ja, es gibt Herausforderungen.
Es gibt Fragen. Zweifel. Und manchmal finanzielle Ängste.
Aber du bist nicht allein.
Es gibt andere Frauen da draußen – wie dich und mich –
die den gleichen Weg gehen.
Die sich gegenseitig inspirieren und feiern können.
Es gibt Beratungsstellen, Hilfsangebote, Austausch.
Begebe dich aktiv in die Gestaltung.
Und – ganz wichtig:
Du hast dich selbst an deiner Seite. Jeden einzelnen Tag.
Bitte unterschätze das niemals.
Alleinerziehend zu sein hat mich geformt –
nicht gebrochen.
Ich empfinde heute mehr Liebe denn je.
Und wenn du das hier gerade liest und denkst:
„Ich kann nicht mehr …“
Dann sage ich dir:
Du kannst.
Und wenn du es gerade nicht spürst,
dann halte dich an meinen Worten fest –
bis du es wieder kannst.
Deine Antonia.

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